Alle Artikel
KI & Automatisierung

Von ChatGPT zur Simulation Engine: Wie wir Buyer Reactions hunderte Male testen, um echte Conversion Insights zu bekommen

Warum klassische Zielgruppenanalyse nicht mehr reicht – und wie KI-Simulationen B2B-Marktforschung revolutionieren.

von Robert Blessing | zuletzt aktualisiert:
Von ChatGPT zur Simulation Engine: Wie wir Buyer Reactions hunderte Male testen, um echte Conversion Insights zu bekommen

TL;DR: Die meisten B2B-Teams machen Zielgruppenanalyse noch wie vor zehn Jahren – ein paar Personas, ein paar Annahmen, ein paar Interviews. Wir haben stattdessen eine KI-Simulation gebaut, die dieselbe Botschaft hunderte Male aus verschiedenen Perspektiven testet. Das Ergebnis? Du siehst VOR dem Launch, welche Messaging-Angles funktionieren – und warum andere scheitern.

Warum Zielgruppenanalyse im B2B neu gedacht werden muss

Jeder Marketing-Leader kennt dieses Szenario:

Ihr habt wochenlang an einer neuen Landing Page gearbeitet. Das Design ist perfekt. Die Copy klingt überzeugend. Ihr geht live – und die Conversion-Rate ist enttäuschend.

Was ist passiert?

Traditionelle B2B Zielgruppenanalyse gibt dir statische Antworten:

  • Demographie: „CMO, 45-55 Jahre, Serie-B SaaS”
  • Pain Points: „Zu viele Tools, keine Übersicht”
  • Bedürfnisse: „Besseres Reporting”

Aber in einem Markt, in dem jeder dieselben Tools, dieselben Agenturen und dieselben B2B Funnels nutzt, reicht das nicht mehr.

Die entscheidende Frage ist nicht mehr wer eure Zielgruppe ist, sondern wie sie denkt – in welchem Moment, mit welcher Emotion, mit welcher Kauflogik.

Und klassische Marktforschung beantwortet diese Frage nicht. Sie sagt dir was deine Zielgruppe will – aber nicht, wie sie auf deine konkrete Botschaft reagiert.

Traditionelle Persona Analyse vs. B2B KI Zielgruppen Simulation Engine

Von der Marktforschung zur Simulation: Warum 1 Antwort nichts wert ist

Viele haben ChatGPT schon einmal gefragt:

„Wie denkt ein B2B-Entscheider über unser Produkt?”

Das Ergebnis: höflich, generisch, belanglos.

Das ist keine Marktforschung – das ist eine Textausgabe.

Echte B2B Market Research braucht Varianz, Kontext und Mustererkennung.

Stell dir vor, du testest einen neuen B2B Sales Funnel mit einem einzigen Kunden. Selbst wenn er kauft – was sagt dir das? Vielleicht war er die Ausnahme. Vielleicht hatte er ein Budget-Ende. Vielleicht hat dein Competitor gerade gepatzt.

Echte Insights entstehen erst durch Volumen.

Deshalb bauen wir keine Prompts, sondern Simulation Engines: Systeme, die dieselbe Botschaft hunderte Male aus verschiedenen Perspektiven testen – als CEO, Marketing-Leiter, CFO, Tech Founder oder Operations Manager.

Mit unterschiedlichen:

  • Awareness Levels (kennt er das Problem überhaupt?)
  • Unternehmensphasen (Series A vs. Enterprise?)
  • Psychologischen Profilen (risikoscheu vs. innovationsfreudig?)
  • Budget-Situationen (Q4-Spending vs. Budget-Freeze?)

Das ist der Unterschied zwischen „ChatGPT hat gesagt…” und:

„100 simulierte Buyer aus deiner Zielgruppe haben im Schnitt 6.8 von 10 Punkten gegeben, wobei der größte Blocker die fehlende Preistransparenz war (erwähnt von 47% der Simulationen).”

Wie eine KI-Simulation im B2B wirklich funktioniert

Eine Simulation Engine ist kein einfaches GPT-Tool.

Sie besteht aus mehreren Schichten, die zusammenspielen wie ein Trichter – oder besser: ein B2B Sales and Marketing Funnel für Insights.

Schicht 1: Die richtigen Personas definieren

Bevor du überhaupt simulieren kannst, brauchst du realistische Buyer-Profile.

Die Challenge: Ein LLM neigt dazu, „ideale Kunden” zu erfinden. Wir mussten Constraints einbauen, damit es auch schwierige Personas generiert – solche mit geringem Budget, langen Sales Cycles oder strukturellen Objections.

Schicht 2: Die Simulation menschlich machen

Die nächste Frage: Wie sorgst du dafür, dass die KI nicht wie eine Maschine antwortet?

Wenn du ChatGPT fragst: „Würdest du dieses Produkt kaufen?” sagt es brav: „Ja, das klingt interessant!”

Das ist nutzlos.

Wir brauchten Simulationen, die echte menschliche Irrationalität abbilden.

Schicht 3: Aus 100 Feedbacks Insights machen

Jetzt hast du 100 simulierte Buyer-Reaktionen. Und jetzt?

Das Problem: Data Overwhelm.

100 Data-Objekte mit Scores, Objections, Feedback-Texten, Conversion-Blocker-Listen…

Wie aggregierst du das zu actionable insights?

Unser Ansatz:

Quantitative Layer:

  • Durchschnittlicher Conversion-Score pro Section (Hero, Problem, Solution, Proof, CTA)
  • Frequency-Analysis: Welcher Blocker kam am häufigsten? (z.B. „Keine Preistransparenz” → 47% aller Personas)
  • Severity-Scoring: Welcher Blocker ist critical vs. nur medium?

Qualitative Layer:

  • Pattern Recognition: Gibt es wiederkehrende Phrasen? („klingt zu vage”, „was ist der ROI?”)
  • Persona-Clustering: Reagieren bestimmte Subgruppen ähnlich? (z.B. Enterprise-Buyer vs. Startup-Founder)

Warum 100 Simulationen besser sind als klassische A/B-Tests

Klassische A/B-Tests sind teuer und langsam.

Man braucht Traffic, Budget, Geduld – und am Ende weiß man nur, welche Variante funktioniert, nicht warum.

KI-Simulationen drehen den Prozess um:

Wir testen nicht am Markt, sondern im Modell – vor dem Launch.

Statt zwei Varianten in zwei Wochen zu testen, simulieren wir 100 Perspektiven in unter 24 Stunden.

AspektKlassischer A/B-TestKI-Simulation
Zeitaufwand2-4 Wochen24 Stunden
KostenTraffic + BudgetEinmalig
Output„A ist besser”„Warum A besser ist”
InsightsOberflächlichTiefgehend

AB Testing - der neue Weg mit KI-Zielgruppen-Simulation

Technisch gesehen: Ein orchestriertes System, kein Prompt

Eine funktionierende Simulation ist kein „Einmal-Chat”.

Sie ist ein Workflow, der hunderte Schritte orchestriert.

Das beinhaltet:

  • LLM-Auswahl: GPT-4/5 für konsistentes Reasoning, Claude für semantische Varianz, manchmal Mixtral oder Gemini für schnelle Parallelruns
  • Temperature Control: 0.3–0.6 für stabile Prompt Befolgung, 0.7–0.9 für natürliche Sprachvielfalt
  • Prompt-Chaining: Jeder Schritt (Competitor Analysis → Pain Discovery → Positioning → Persona Generation → Simulation) speist den nächsten
  • Loops & Aggregation: 100–200 Durchläufe, strukturiert über Tools wie Make oder n8n, mit automatischem Clustering und Pattern Recognition

Das Ergebnis: keine zufällige GPT-Antwort, sondern ein kohärentes Meinungsbild – so, als hätte man 100 Tiefeninterviews geführt, nur eben in 24 Stunden statt in drei Monaten.

Warum das Ganze so aufwendig ist – und warum es sich lohnt

Eine gute Simulation kostet Zeit, Nerven und Systemdenken.

Man muss:

  • Daten vorbereiten (Pain Patterns, Competitor Positioning, Audience Insights)
  • Prompts schichten, nicht stapeln (jeder Step hat einen klaren Input/Output)
  • Loops managen, um Bias zu kontrollieren (sonst bekommst du 100x die gleiche Antwort)
  • Temperature und Sampling balancieren (zu niedrig = roboterhaft, zu hoch = chaotisch)
  • Ergebnisse interpretieren, nicht nur lesen (Pattern Recognition, Clustering, Severity-Scoring)

Kurz gesagt: Eine Simulation ist B2B Marktforschung plus Verhaltenspsychologie plus maschinelles Reasoning – gleichzeitig. Mehr dazu, wie wir KI systematisch einsetzen, findest du in unserem Artikel über KI Marketing Systeme.

Aber das Ergebnis ist Gold:

Man versteht endlich, warum ein Funnel nicht funktioniert.

Nicht nur „Conversion zu niedrig”, sondern:

  • „Headline löst Fear of Change aus”
  • „CTA triggert Verlustangst statt Sicherheit”
  • „Solution-Section ist zu technical für unaware Buyer”
  • „Kein Risk-Reversal für CFOs, die Budget-Rechtfertigung brauchen”

Und genau das ist der Unterschied zwischen Optimieren und wirklich Verstehen.

Was das für B2B Sales & Marketing Funnels bedeutet

Wenn man weiß, wie 100 Entscheider auf eine Botschaft reagieren, kann man Funnels bauen, die sich wie Buyer Journeys anfühlen – nicht wie Verkaufstrichter.

  • Landing Pages sprechen die dominante Emotion an (z.B. Fear of Loss statt Feature-Hunger)
  • Ads adressieren konkrete Situationen statt generische Benefits
  • Lead Magnets treffen tatsächliche Motivationen statt Buzzwords
  • CTAs sind frictionless für das richtige Awareness-Level

Das Ergebnis:

  • 2-4× bessere Conversion Rates (weil du die echten Blocker adressierst)
  • Weniger verbranntes Budget (weil du weißt, was funktioniert, bevor du live gehst)
  • Klarere Funnel-Logik (weil du verstehst, wie deine Zielgruppe denkt)
  • Tiefes Verständnis der Zielgruppe (das kein Dashboard liefert)

Was wir gelernt haben (und was für dich relevant ist)

1. Volumen ist King

Ein einzelner AI-Durchlauf ist Rauschen. 10 Durchläufe sind ein Trend. 100 Durchläufe sind Daten.

Für deine B2B Zielgruppenanalyse bedeutet das: Wenn du KI nutzt, nutze sie systematisch. Nicht „lass mal ChatGPT fragen”, sondern „lass 50-100 simulierte Buyer-Profile testen”.

2. Constraints erzeugen Realität

Je mehr Constraints du setzt (Budget-Range, Awareness-Level, Past Experience), desto realistischer wird die Simulation.

Praktisch: Definiere nicht nur wer deine Zielgruppe ist, sondern auch:

  • Was haben sie bereits versucht? (Alternativen, die gefailed haben)
  • Welche Ängste treiben sie?
  • In welcher Awareness Phase sind sie?

3. Die „Real Competition” ist nicht, was du denkst

Klassische B2B Market Research fragt: „Wer sind deine Competitors?”

Bessere Frage: „Was ist die echte Alternative zum Kaufen?”

Beispiel: Ein Marketing-Automation-Tool konkurriert nicht nur gegen HubSpot – sondern gegen:

  • „Wir machen weiter wie bisher” (Status Quo)
  • „Wir holen eine Agentur” (Indirect Competitor)
  • „Zu kompliziert, wir haben keine Zeit für Onboarding” (Internal Resistance)

4. Der B2B Funnel beginnt im Kopf

Dein B2B Sales and Marketing Funnel startet nicht auf der Landing Page.

Er startet in dem Moment, wo jemand sein Problem benennen kann.

Das bedeutet: Wenn 60% deiner Zielgruppe „unaware” ist, brauchst du komplett andere Messaging als für „solution-aware” Buyer.

5. Templates sind der Tod von Conversion

Jeder nutzt die gleichen Landing-Page-Templates.

Das Problem? Jede Zielgruppe ist anders.

Ein Enterprise-CFO will Risk Mitigation und ROI-Transparenz. Ein Startup-Founder will Speed und Low Friction.

Wenn du beide mit der gleichen Generic-Copy ansprichst, konvertieren beide schlecht.

Fazit: KI-Simulation ist die Zukunft der B2B-Marktforschung

B2B-Marketing steht vor einem Wendepunkt:

Die Zeit von Bauchgefühl, PDFs und generischen Personas ist vorbei.

Echte B2B Market Research wird nicht mehr nur durch Umfragen gemacht, sondern durch Simulation – schnell, skalierbar, qualitativ tief.

Oder wie wir es intern nennen: „Human Reasoning at Machine Scale.”

Ist es perfekt? Nein. Echte Menschen sind unberechenbarer.

Aber als zusätzliche Schicht in deinem Research-Stack? Absolut wertvoll.

Du kannst 100 verschiedene Buyer-Profile testen, bevor du live gehst. Du siehst, welche Messaging-Angles funktionieren. Du identifizierst Conversion-Blocker, die du sonst erst nach Monaten entdeckst.

Das ist der Unterschied zwischen:

  • ❌ „Wir glauben, das funktioniert”
  • ✅ „Wir haben es 100 mal durchgespielt, und 73% der Simulationen zeigen: Es funktioniert – aber nur, wenn wir X ändern”

Was das für dich bedeutet

Wenn du gerade eine Landing Page baust, einen neuen B2B Funnel planst oder deine Zielgruppe besser verstehen willst – frag dich:

„Könnte ich das vorab simulieren?”

Nicht als Ersatz für echte User-Tests. Aber als Schritt davor.

Um die offensichtlich schlechten Ideen herauszufiltern. Um zu testen, ob deine Hypothesen halten. Um zu sehen, ob deine Copy für „unaware” Buyer genauso gut funktioniert wie für „solution-aware”.

Wenn ihr verstehen wollt, wie eure Zielgruppe wirklich denkt – bevor ihr wieder 10.000€ in Ads investiert – dann ist KI-Simulation der logische nächste Schritt eurer Funnel-Strategie.


Du willst KI-Simulationen selbst ausprobieren? Mit 99takes kannst du deine Messaging-Ideen von hunderten simulierten Buyer-Personas bewerten lassen – bevor du live gehst.

#KI Simulation #B2B Marktforschung #Conversion Optimierung #Zielgruppenanalyse #AI Marketing
Robert Blessing

Robert Blessing

Co-Founder, Blessing Digital

Robert leitet die SEA-Strategie und hilft B2B-Unternehmen, ihre Google Ads Performance zu maximieren.

Diese Insights umsetzen?

Wir zeigen euch, wie ihr diese Strategien für euer B2B-Unternehmen nutzt.

Erstgespräch vereinbaren