Euer Google Ads Account läuft. Aber “läuft” heißt nicht “performt”.
Die meisten B2B-Accounts, die wir analysieren, haben dasselbe Muster: Sie generieren Klicks und Leads — aber niemand weiß, ob die Leads gut sind, welche Kampagnen wirklich profitabel sind und wo Budget verschwendet wird.
Ein systematisches Audit beantwortet diese Fragen in wenigen Stunden. Hier ist die Checkliste, die wir selbst nutzen — in 8 Modulen, priorisiert nach Impact.
Wann ist ein Audit nötig?
Nicht jeder Account braucht ein Audit. Aber diese Symptome sind Warnsignale:
- CPL steigt seit 3+ Monaten ohne erklärbaren Grund
- Lead-Qualität sinkt, obwohl Volumen stabil bleibt
- Keine klare Antwort auf “Welche Kampagne generiert echte Pipeline?”
- Account wurde seit 6+ Monaten nicht grundlegend überprüft
- Team- oder Agenturwechsel — niemand kennt die Account-Logik
- Plateau: Performance stagniert, aber ihr wisst nicht warum
Ein Audit ist keine Kritik am bestehenden Setup. Es ist ein Röntgenbild: Was funktioniert, was nicht, und wo liegen die nächsten Hebel?
Modul 1: Tracking & Measurement
Das Fundament. Ohne sauberes Tracking ist jede Optimierung Raterei.
Conversion-Setup prüfen
- Welche Conversions sind aktiv? Nur relevante Aktionen als primäre Conversion markieren (nicht Newsletter + Demo + Pageview)
- Offline Conversions importiert? MQL, SQL, Opportunity aus dem CRM → Google Ads. Ohne das optimiert Google auf die billigsten Formular-Absendungen
- Conversion-Werte gestaffelt? Demo-Request ≠ Whitepaper-Download. Werte zuweisen, die den echten Business-Impact reflektieren
- Enhanced Conversions aktiv? Verbessert die Attribution um 5-15 % durch First-Party-Daten
Consent & Datenschutz
- Consent Mode v2 implementiert? Pflicht in der EU seit 2024
- Conversion Modelling aktiv? Google schätzt fehlende Conversions bei Consent-Lücken — aber nur wenn Consent Mode korrekt eingebaut ist
Red Flag: Wenn euer Account “Maximize Conversions” als Bidding-Strategie nutzt und nur Formular-Absendungen trackt — stoppt hier. Das ist das Problem Nr. 1 in B2B-Accounts.
Modul 2: Account-Struktur
Kampagnen-Inventar
- Wie viele aktive Kampagnen? Richtwert: 6-8 für die meisten B2B-Accounts. 20+ ist fast immer zu viel
- Conversions pro Kampagne? Minimum 30/Monat für Smart Bidding. Weniger = Google kann nicht lernen
- Funnel-Zuordnung klar? Jede Kampagne sollte einer Phase zugeordnet sein: Awareness / Consideration / Decision
- Pausierte Kampagnen? Alte Kampagnen aufräumen — sie verwirren die Analyse
Budget-Verteilung
- Gießkanne oder Performance? Budget sollte nach ROAS/CPA fließen, nicht gleichmäßig
- Budget-Limitierungen? Prüfen ob Top-Kampagnen “Eingeschränkt durch Budget” melden
- Shared Budgets sinnvoll? Nur für thematisch zusammengehörige Kampagnen
Wie eine saubere Funnel-Struktur aussieht, zeigen wir im B2B Funnel Google Ads Guide.
Modul 3: Keyword-Analyse
Match Types & Negatives
- Match-Type-Verteilung? Startpunkt: Exact + Phrase. Broad Match nur mit sauberen Conversion-Daten
- Negative Keywords vorhanden? Pro Kampagne UND auf Account-Ebene
- Wann wurde der Search Terms Report zuletzt geprüft? Wenn die Antwort “vor über 4 Wochen” ist — sofort prüfen
- Wettbewerber-Keywords? In eigener Kampagne mit eigenem Messaging, nicht ausschließen
Keyword-Performance
- Welche Keywords verbrauchen am meisten Budget? Top 10 nach Spend exportieren und Conversion-Rate prüfen
- Zero-Conversion Keywords? Keywords mit > 100 Klicks und 0 Conversions identifizieren und bewerten
- Keyword-Duplikate? Dasselbe Keyword in mehreren Kampagnen = interne Konkurrenz
In unserer Case Study zeigen wir, wie wir in einem Enterprise-Account 7.500 Suchbegriffe klassifiziert und 273 Negatives identifiziert haben.
Modul 4: Anzeigen-Qualität
RSA-Health-Check
- Mindestens 2 aktive RSAs pro Anzeigengruppe? Google empfiehlt 3, aber 2 ist das Minimum
- 15 Headlines und 4 Descriptions pro RSA? Mehr Varianten = mehr Optimierungspotenzial für Google
- Asset-Performance geprüft? In Google Ads unter “Anzeigen” → “Assets” → Performance-Bewertung (Low/Good/Best)
- Headlines pinned? Pinning reduziert Googles Optimierungsfähigkeit — nur nutzen wenn nötig
Messaging-Analyse
- Welche Messaging-Angles werden getestet? Pain, Outcome, Feature, Proof, Urgency — oder nur eins?
- Ad Fatigue Signale? Sinkende CTR bei stabilen Impressions = Zeit für Refresh
- Wann wurden Anzeigen zuletzt aktualisiert? Richtwert: Alle 4-6 Wochen
Aus unserer Datenbank (750+ analysierte B2B-Ads): Identity und Authority machen zusammen 47 % aller Hooks aus. Social Proof? Unter 2 %. Urgency? Unter 3 %. Die meisten Accounts lassen ganze Messaging-Dimensionen ungenutzt. In unserer Ad Intelligence Analyse machen wir diese Gaps sichtbar.
Modul 5: Landing Pages
- Dedizierte Landing Pages? Oder geht Traffic auf die Startseite?
- Message Match? Verspricht die Ad “Kosten senken” und die LP “Features entdecken”? Das ist ein Conversion-Killer
- Ein CTA pro Page? Nicht drei verschiedene Optionen
- Mobile-optimiert? Ladezeit < 3 Sekunden
- Above-the-Fold komplett? Headline + Benefit + Trust Signal + CTA ohne Scrollen sichtbar
Wie ihr systematisch prüft ob Ad und Landing Page zusammenpassen: Ad Intelligence + LP Simulation.
Modul 6: Bidding & Automation
- Welche Bidding-Strategie? Manual CPC → Target CPA → Value-Based Bidding = der typische Reifegrad-Weg
- Lernphase respektiert? Nach Änderungen 2 Wochen keine größeren Anpassungen
- Target CPA realistisch? Basiert auf echten Business-Metriken, nicht auf Wunschdenken
- Portfolio-Bidding? Für Kampagnen mit ähnlichen Zielen kann Portfolio-Bidding die Performance verbessern
Modul 7: Audiences & Targeting
- CRM-Listen hochgeladen? Customer Match mit E-Mail-Listen aus dem CRM
- Remarketing-Listen aktiv? Website-Besucher, Video-Zuschauer, Formular-Abbrecher
- Audience Signals in PMax? Eure besten Kunden als Signal hinterlegen
- Geo-Targeting korrekt? DACH oder international? Städte ausschließen die nicht konvertieren?
- Geräte-Anpassungen? B2B-Traffic ist oft Desktop-lastig — Mobile-Gebote entsprechend anpassen
Modul 8: Reporting & Insights
- Reporting nach Funnel-Phase? Nicht nur nach Kampagne
- Lead-Qualität sichtbar? Woher wisst ihr, welche Kampagne die besten SQLs liefert?
- Wettbewerber-Monitoring? Auction Insights mindestens monatlich prüfen
- Performance-Trends? 3-Monats-Vergleich: Steigt oder sinkt CPA/ROAS?
So nutzt ihr diese Checkliste
Selbst-Audit (2-4 Stunden)
- Module 1-2 zuerst — Tracking + Struktur sind das Fundament
- Für jeden Punkt: Grün (ok), Gelb (verbesserbar), Rot (kritisch)
- Rote Punkte zuerst fixen — nicht alles gleichzeitig
- Ergebnis dokumentieren und in 4 Wochen erneut prüfen
Profi-Audit mit KI-Analyse
Unser Audit geht einen Schritt weiter: Wir laden eure Anzeigendaten in unser Ad Intelligence System und erstellen eine Messaging-Heatmap — welche psychologischen Botschaften bei welcher Zielgruppe greifen, welche Kombinationen fehlen und wo die blinden Flecken sind.
Das Ergebnis: Nicht nur “was ist kaputt” — sondern “was ist die nächste Opportunity”.
Was ihr dafür braucht: Einen CSV-Export eurer Google Ads Daten. Kein Account-Zugang nötig, kein API-Setup, DSGVO-konform.
Häufige Fragen
Wie lange dauert ein Google Ads Audit?
Ein Selbst-Audit mit dieser Checkliste: 2-4 Stunden. Ein professionelles Audit mit Datenanalyse und Handlungsempfehlungen: 1-2 Tage. Der Zeitaufwand hängt von der Account-Größe ab — 5 Kampagnen gehen schneller als 50.
Kann ich das Audit selbst machen?
Ja — diese Checkliste ist genau dafür gemacht. Für die meisten Punkte braucht ihr nur Zugang zu eurem Google Ads Account. Für die Messaging-Analyse (Modul 4) und Landing-Page-Bewertung (Modul 5) hilft ein externer Blick, weil man betriebsblind wird.
Was kostet ein professionelles Google Ads Audit?
Unsere Erstanalyse ist kostenlos. Innerhalb von 48 Stunden bekommt ihr eine Messaging-Heatmap, die wichtigsten Insights und einen Strategy-Call. Ohne Verpflichtung.
Wie oft sollte ich ein Audit machen?
Quartalsweise ein Mini-Audit (Module 1-3). Halbjährlich ein Full Audit (alle 8 Module). Bei Team-/Agenturwechsel oder Performance-Einbrüchen: sofort.
Was ist der häufigste Fehler, den ihr in B2B-Audits findet?
Conversion-Tracking, das nicht zwischen einem Whitepaper-Download und einer Demo-Anfrage unterscheidet. Google optimiert dann auf das Billigste — nicht auf das Wertvollste. Das allein zu fixen verändert oft den gesamten Account.
Ihr wollt wissen, wo euer Account steht? In unserem Erstgespräch prüfen wir die kritischsten Punkte in 15 Minuten — und zeigen euch, wo der größte Hebel liegt.
Mehr zur Google Ads Optimierung im B2B und unseren KI-gestützten Google Ads Skills. Alle Strategie-Bausteine: B2B Marketing Strategie.