LinkedIn Ads erfreut sich im B2B-Marketing immer größerer Beliebtheit. Aktuelle Daten zeigen: Der Anteil von LinkedIn an B2B-Werbebudgets ist von 31% auf fast 38% gestiegen – während Google von 69% auf 62% gefallen ist.
Aber heißt das, LinkedIn ist die bessere Wahl?
Kurze Antwort: Nein. Es kommt darauf an.
In diesem Guide zeigen wir dir die echten Unterschiede zwischen LinkedIn und Google Ads, konkrete Kostendaten aus unseren Kampagnen – und unsere Strategie, wie du mit Account-Based Marketing auch ohne teure Tools wie DemandBase oder 6sense arbeiten kannst.
Die fundamentalen Unterschiede
LinkedIn und Google Ads bedienen unterschiedliche Teile des B2B-Funnels. Das ist kein Bug – das ist ein Feature.
Google Ads: Intent-basiertes Marketing
Google Ads erreicht Menschen, die aktiv nach Lösungen suchen. Wenn jemand „CRM für Mittelstand” oder „Google Ads Agentur B2B” sucht, hat er bereits ein Problem erkannt und sucht nach Anbietern.
Stärken:
- Erfasst existierende Nachfrage
- Hoher Buying Intent
- Skaliert mit dem Suchvolumen
- Keine Audience-Erschöpfung
Schwächen:
- Teuer bei umkämpften Keywords
- Erreicht nur die ~5%, die gerade im Kaufmodus sind
- Konkurrenten sehen dieselben Nutzer
LinkedIn Ads: Persona-basiertes Marketing
LinkedIn Ads erreicht Menschen basierend auf wer sie sind – Jobtitel, Branche, Unternehmensgröße, Seniorität. Du weißt aber nicht, ob sie gerade kaufbereit sind.
Stärken:
- Präzises B2B-Targeting nach Persona
- Erreicht Entscheider direkt
- Ideal für Awareness und Thought Leadership
- Höhere durchschnittliche Vertragswerte (+28,6% laut aktuellen Studien)
Schwächen:
- Teuer (CPCs von 6-20€)
- Begrenzte Reichweite (Audience-Erschöpfung)
- Kein Intent-Signal
Funnel-Zuordnung
| Funnel-Stage | ||
|---|---|---|
| Awareness | ✅ Stark | ⚠️ Begrenzt (YouTube, Display) |
| Consideration | ✅ Gut | ✅ Stark (Search, Demand Gen) |
| Decision | ⚠️ Möglich | ✅ Sehr stark |
Mehr zum Thema Funnel-Strategien findest du in unserem B2B Funnel Google Ads Guide.
Der ehrliche Kostenvergleich
Die oft zitierte Aussage „LinkedIn ist teurer” stimmt – aber nur die halbe Wahrheit.
Kosten pro Klick
| Plattform | Typischer CPC (B2B) |
|---|---|
| LinkedIn Ads | 6-20€ |
| Google Search | 2-10€ |
| Google Display/Demand Gen | 0,50-3€ |
Was wirklich zählt: Kosten pro qualifiziertem Lead
Hier wird es interessant. Aus unserer Erfahrung mit 40+ B2B-Kunden:
- LinkedIn: Höherer CPL, aber oft bessere Lead-Qualität
- Google Search: Niedrigerer CPL bei High-Intent Keywords
- Google Custom Audiences: ~10x günstiger als LinkedIn bei vergleichbarer Qualität
Unser Fazit: Vergleiche nie nur CPCs. Schau dir an, was ein qualifizierter Lead kostet – und noch wichtiger: was am Ende als Umsatz rauskommt.
Wann welche Plattform?
Starte mit Google Ads, wenn…
- Dein Produkt/Service aktiv gesucht wird
- Du ein begrenztes Budget hast (<3.000€/Monat)
- Du schnelle Ergebnisse brauchst
- Du klare High-Intent Keywords identifizieren kannst
Starte mit LinkedIn Ads, wenn…
- Niemand aktiv nach deiner Lösung sucht (neue Kategorie)
- Du spezifische Entscheider erreichen musst
- Du ein Awareness-Problem hast, kein Demand-Problem
- Dein Budget Spielraum für Experimente lässt
Kombiniere beide, wenn…
- Dein monatliches Ad-Budget >5.000€ beträgt
- Du einen längeren Sales Cycle hast (>3 Monate)
- Du Account-Based Marketing betreiben willst
- Du Marketing und Sales eng verzahnen kannst
Die perfekte Kombination: Full-Funnel Strategie
Die beste Performance erreichen unsere Kunden, wenn sie beide Plattformen strategisch kombinieren:
Phase 1: Awareness (LinkedIn)
- Thought Leadership Content
- Ebook Download Kampagnen
- Webinar-Einladungen
- Ziel: ICP-Kontakte in die Pipeline bringen
Phase 2: Consideration (Google + LinkedIn)
- Google Demand Gen für Mid-Funnel Content
- LinkedIn Remarketing auf Website-Besucher
- YouTube Ads für erklärungsbedürftige Produkte
Phase 3: Decision (Google)
- Search Ads auf High-Intent Keywords
- Remarketing auf Pricing-Page-Besucher
- Performance Max mit CRM-Signalen
Der Synergy-Effekt: Studien zeigen, dass Nutzer, die erst LinkedIn-Ads sehen und später auf Google suchen, 50% höhere Conversion Rates haben. LinkedIn macht deine Google Ads besser.
Account-Based Marketing ohne teure Tools
Hier kommt unsere „Geheimwaffe” für Kunden mit begrenztem Budget.
Das Problem mit klassischen ABM-Tools
Tools wie DemandBase, 6sense oder ZoomInfo kosten schnell 1.000-3.000€/Monat. Bei einem Gesamtbudget von 5.000€ für Account-Based Marketing ergibt das keinen Sinn.
Die Lösung: Google Custom Audiences + LinkedIn
LinkedIn für Account-Targeting:
- Erstelle eine Liste deiner Ziel-Accounts (Excel/CSV)
- Lade sie als Company List in LinkedIn hoch
- Kombiniere mit Job-Title-Targeting
- Spiele Awareness-Content aus
Google Custom Audiences für Intent + Accounts:
- Erstelle eine Keyword-basierte Custom Audience mit Suchbegriffen, die Buying Intent zeigen
- Erstelle eine URL-basierte Custom Audience mit den Websites deiner Ziel-Accounts
- Kombiniere beide in einer Kampagne
- Schalte Display- oder YouTube-Ads
Der Kostenvorteil
Aus unseren Tests bei mehreren Kunden:
| Metrik | Google Custom Audiences | |
|---|---|---|
| CPC | 8-15€ | 0,80-1,50€ |
| Qualität (Bounce Rate) | Vergleichbar | Vergleichbar |
| Impressions | Begrenzt | ~100x mehr |
Mit dem gleichen Budget erreichst du über Google Custom Audiences 10x mehr qualifizierten Traffic als über LinkedIn.
Bonus: Du kannst in Google auch noch Buying Intent miteinbeziehen – etwas, das bei LinkedIn nicht möglich ist.
Budget-Empfehlungen
Kleines Budget (<3.000€/Monat)
Empfehlung: Fokus auf Google Ads
- 80% Search (High-Intent Keywords)
- 20% Remarketing
Später erweitern mit LinkedIn, wenn die Basis steht.
Mittleres Budget (3.000-10.000€/Monat)
Empfehlung: Google-First mit LinkedIn-Unterstützung
- 50% Google Search + Demand Gen
- 30% LinkedIn Awareness
- 20% Cross-Platform Remarketing
Größeres Budget (>10.000€/Monat)
Empfehlung: Full-Funnel auf beiden Plattformen
- 40% Google (Search + Performance Max)
- 35% LinkedIn (Awareness + ABM)
- 25% Demand Gen + YouTube
Mehr Tipps zur Leadgenerierung ohne LinkedIn-Abhängigkeit findest du in unserem Artikel B2B Leads ohne LinkedIn.
Die wichtigsten Learnings
- LinkedIn ≠ besser für B2B. Beide Plattformen haben ihre Berechtigung.
- Intent schlägt Persona – wenn jemand aktiv sucht, ist Google der bessere Kanal.
- Die Kombination ist mächtiger als jede Plattform allein.
- Google Custom Audiences sind eine unterschätzte Alternative zu teuren ABM-Tools.
- Messe die richtigen KPIs: Nicht CPCs, sondern Pipeline und Revenue.
Häufige Fragen
Für wen lohnt sich LinkedIn Ads?
LinkedIn Ads lohnt sich für B2B-Unternehmen, die spezifische Entscheider (z.B. „VP Marketing bei SaaS-Unternehmen mit 50-500 Mitarbeitern”) erreichen wollen. Besonders effektiv für Awareness-Kampagnen, Thought Leadership und wenn deine Lösung noch nicht aktiv gesucht wird.
Wie teuer sind LinkedIn Ads im Vergleich zu Google?
LinkedIn Ads kosten typischerweise 6-20€ pro Klick, Google Search Ads 2-10€. Aber: Der CPC allein ist kein guter Vergleichswert. Wichtiger ist der Cost per Qualified Lead – und da kann LinkedIn trotz höherer Klickkosten effizienter sein, wenn die Lead-Qualität stimmt.
Kann man Google Ads für Account-Based Marketing nutzen?
Ja, über Google Custom Audiences. Du kannst URL-basierte Audiences (Websites deiner Ziel-Accounts) mit Keyword-basierten Audiences (Suchbegriffe mit Buying Intent) kombinieren. Das ist ~10x günstiger als LinkedIn und ermöglicht Intent-Targeting.
Was ist besser für kleine Budgets?
Bei Budgets unter 3.000€/Monat empfehlen wir den Start mit Google Ads. Der Grund: Schnellere Learnings durch höheres Volumen, keine Fixkosten für Tools, und du erreichst Menschen mit konkretem Kaufinteresse.
Wie kombiniert man LinkedIn und Google Ads optimal?
Die beste Strategie: LinkedIn für Awareness (Top of Funnel), Google für Conversion (Bottom of Funnel). LinkedIn wärmt deine Zielgruppe auf, Google fängt sie ein, wenn sie aktiv suchen. Der kombinierte Effekt: ~50% höhere Conversion Rates.
Du willst wissen, welcher Kanal-Mix für dein Unternehmen sinnvoll ist? In unserem Erstgespräch analysieren wir deine Situation und geben dir eine konkrete Empfehlung – ohne Verkaufsdruck.